Archiv der Kategorie: Events

Im Trend – Beratung via Internet

In seinem Referat an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich reflektierte der WBZ-Leiter Reto Eugster aus der Perspektive der Medienwissenschaft die Folgen eines Booms: Beratungsdienstleistungen wandern mehr und mehr ins Internet ab. Was bedeutet dies für die Qualität von Beratungsservices? (Foto Hochschule für Sozialpädagoik am Bernina-Platz in Zürich)

Eugster betonte, dass es Beratungstypen zu unterscheiden gebe. Während sich Informations- und Expertenberatung nicht selten eigenen, um über das Netz abgewickelt zu werden, sei die Situation bei der Prozessberatung differenzierter zu betrachten. Dort spielen Feingliedrigkeiten der Face-to-Face-Kommunikation, Mimik und Gestik, einen entscheidende Rolle, etwa bei psychologischen Interventionen. Bei der Informations- und Expertenberatung hingegen stehen objektiverbare Inhalte im Vordergrund.

Zu Beginn seines Referats machte Reto Eugster bereits klar, dass Online-Beratung etwas grundlegend anderes ist als die „klassiche“ Live-Beratung. Es mache keinen Sinn, die beiden Beratungszugänge ineinander zu rechnen“. Im Zentrum steht die Frage, welche Zielgruppe auf welchem Weg am besten erreichbar ist.

Eugster präsentierte systematisch und teilweise in der Anwendung aktuelle Modelle von E-Counseling im Gesundheits- und Sozialwesen. Dabei widmete er sich speziell der Peer-Beratung. Bei diesem Modell beraten Betroffene andere Betroffene. Rege diskutiert wurde bei der Frage nach den Kritieren der Qualitätsbestimmung. Letztlich geht es um die Qualität der Antwort einerseits sowie des Beratungsprozesses anderseits. Resonanzzeiten von über 24 Stunden entsprechen beispielsweise nicht mehr dem aktuellen Standard. Das Vier-Augen-Prinzip bei der Beantwortung von Fragen hob Reto Eugster ebenfalls als Quasi-Standard hervor.

Im letzten Teil des Inputs waren die Zuhörerinnen und Zuhörer aufgefordert, eine authentische (anonymisierte) Anfrage, mit der sich eine Sozialberatung befasste, beispielhaft zu beantworten. Das Interesse an methodischen Fragen war gross. Jedenfalls wurde rasch deutlich, dass sich die Beratungsmethoden bei Online-Beratung stark von der „klassischen“ Methodik unterscheiden.

E-Counselling und Online-Beratung sind auch Thema im Lehrgang Beratungs-Training sowie im Masterprogramm Psychosoziale Beratung. Beides bietet die FHS St.Gallen gemeinsam mit dem Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung, Schloss Hofen, Österreich, an. Das Masterstudium besteht aus den Schwerpunkten Beratung, Konfliktvermittlung und Krisenintervention.

Reto Eugster ist Leiter des Weiterbildungszentrums der FHS St. Gallen und in der Lehre tätig, unter anderem mit Schwerpunkt Neue Medien

Lehrplan 21 – Was geht das die Schulsozialarbeit an?

Anfangs September fand ein weiterer Community-Anlass für Schulsozialarbeitende an der FHS St.Gallen statt. Zum Thema «Lehrplan 21 – Was geht das die Schulsozialarbeit an?» haben Lea Huggenberger und Tobias Baumann von der Jugendfachstelle Seuzach diverse Projekte vorgestellt, welche sie in enger Zusammenarbeit mit der Schule Seuzach bisher realisieren konnten und die sich in den Zielsetzungen stark an den überfachlichen Kompetenzen des Lehrplan 21 orientieren.

Insgesamt 56 Personen nahmen am Community-Anlass teil. Unter den Teilnehmenden waren  erfreulicherweise auch Schulleiterinnen und Schulleiter. Diese hohe Beteiligung machte die Aktualität des Themas, wie auch das Potential für die Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit deutlich. Im Anschluss an die Inputs aus Seuzach fand wie immer ein reger Austausch in Gruppen zu fünf Themenfeldern statt:

  • Professionalisierung der Schulsozialarbeit
  • Rahmenbedingungen für die Schulsozialarbeit
  • Förderung von überfachlichen Kompetenzen
  • Perspektive der Kinder im Lehrplan 21
  • Sozialraumorientierte Schulsozialarbeit

Zu den Zusammenfassungen aus diesen Diskussionen gelangen Sie hier.

Haben Sie Fragen und Informationen zur Community Schulsozialarbeit? Simone Hengartner Thurnheer, Lehrgangsleiterin CAS Schulsozialarbeit, gibt Ihnen gerne Auskunft. E-Mail: simone.hengartner@fhsg.ch

Ein Fest für unsere Weiterbildungs-Talente

Gut 500 Personen haben in den vergangenen zwölf Monaten am Weiterbildungszentrum FHS St.Gallen einen Zertifikats- oder Diplomlehrgang abgeschlossen. Grund genug, ein Fest zu feiern. So haben das Weiterbildungszentrum sowie die FHS Alumni kürzlich zum «Fest der Talente» eingeladen.

«Mit dem Fest der Talente wollen wir zusammen mit den Absolventinnen und Absolventen deren Abschluss und Erfolg feiern, auch wenn sie das offizielle Zertifikat bereits erhalten oder in Kürze noch erhalten werden», erklärt Reto Eugster, Leiter Weiterbildungszentrum FHS St.Gallen (WBZ-FHS), den Grund für die Feierlichkeiten. Nach einer kurzen Begrüssung übergab er das Wort an Marcel-P. Thoma, dem Präsidenten der FHS Alumni. Dieser übermittelte im Namen der FHS Alumni den Gästen Glückwünsche und lud sie ein, weiterhin mit der FHS verbunden zu bleiben.

Von Tuten und Blasen

Hauptakt des Abends war das Referat von Karl Schimke, Tuba-Spieler im Sinfonieorchester St.Gallen. Anschaulich verglich Schimke die Kompetenzen eines Dirigenten mit einer Führungsperson eines Unternehmens. «Wichtig ist, die innere Motivation zu wecken und Erfolgserlebnisse zu feiern.» Sogar im Sinfonieorchester applaudierten sich die Musikerinnen und Musiker gegenseitig, wenn ein Akkord oder ein Solo besonders gut gelungen sei. Natürlich nicht laut, aber mit kleinen Gesten wie beispielsweise mit den Fingern auf den Oberschenkel klopfend. Und apropos Solo, in den Genuss eines solchen kamen die Gäste dann sogleich. Karl Schimke demonstrierte leidenschaftlich sein musikalisches Talent, bevor er mit seinem Vortrag weitermachte. Für die Einlage mit seiner Tuba erntete er prompt lautstarken Applaus.

 

Offene Kommunikation

Um gute Leistung zu bringen, sei auch für einen Profi-Musiker eine gute Vorbereitung wichtig. Karl Schimke hält sich dabei an folgende fünf P’s: perfect preparation prevents poor performance. Zudem sei der Dialog wichtig. «Im Orchester sind wir ständig im direkten Kontakt mit dem Dirigenten. Er zeigt, wie er Stücke gespielt haben will und kritisiert offen, wenn etwas nicht so klappt, wie er das wünscht.» Der Dirigent habe das Sagen. Deshalb sei es wichtig, dass Musikerinnen und Musiker vom Dirigenten inspiriert und überzeugt würden und nicht bloss geführt. Nur so erreiche das Orchester das gemeinsame Ziel, ein gutes Konzert zu spielen oder ein Stück erfolgreich zu interpretieren.

Vielseitige Talente

Zum Abschluss des offiziellen Teils befragte Reto Eugster einige Absolventinnen und Absolventen zu ihren Talenten. Er wollte von ihnen wissen, welche Talente sie in die Weiterbildung eingebracht und weiterentwickelt haben. Tanja Zünd, Absolventin CAS Betriebswirtschaft, erzählt: «Mein Organisationstalent hat mir geholfen während der Weiterbildung Beruf, Familie und Studium unter einen Hut zu bringen.» «Mir ist wichtig, meinen Mitarbeitenden im Alltag bewusst Wertschätzung entgegen zu bringen», verrät Markus Meitz, Absolvent CAS Leadership und Führung im Sozial- und Gesundheitswesen. Und Gabriel Chèvre, Absolvent des CAS Beratungs-Training, lernte dank der Weiterbildung verschiedene Beratungsansätze kreativ zu kombinieren und so seine Klientinnen und Klienten optimal zu beraten.

Anschliessend liessen die Gäste und ihre Gastgeber das Fest der Talente bei einem Apéro riche und spannenden Gesprächen ausklingen.

 

«Für Generationenmanagement gibt es kein Patentrezept»

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass künftig weniger jüngere Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und sich die Zahl der älteren erhöht. Das bedeutet auch, dass bis zu fünf Generationen in einem Team zusammenarbeiten. Sie haben unterschiedliche Erwartungen an die Verantwortlichen sowie an die Art der Zusammenarbeit.

«Generationenmanagement» ist hier das Stichwort. Doch wie gelingt ein optimaler Generationenmix und wie werden daraus Wettbewerbsvorteile gewonnen? Ist das Generationen-Matching eine Mission impossible? Über diese und andere Fragen wurde am OBA-Eröffnungstag am Update für Personalverantwortliche referiert und unter der Leitung von José Gomez, Zentrum für Hochschulbildung ZHB-FHS und Mitglied der Geschäftsleitung Weiterbildungszentrum WBZ-FHS, diskutiert.

Sechs Schritte, um zu scheitern

Jung, unerfahren, dominant – alt, erfahren, angepasst: Generationen sind oft mit Vorurteilen belastet. «Vorurteile entstehen durch die Biografisierung, die Art wie wir unser Leben beschreiben und betrachten», sagte Reto Eugster, Leiter des Weiterbildungszentrums WBZ-FHS, der über «Die Erfindung der Generationen – Fluch und Segen eines Trends» sprach. «Doch die meisten Vorurteile führen uns in die Irre.» So sei wissenschaftlich nicht bewiesen, dass beispielsweise ältere Menschen grundsätzlich gegen Neues sind und junge immer sprachinkompetenter werden.

Die Vorurteile gehörten denn auch zu jenen sechs Schritten, die das Generationenmanagement gemäss Eugster «zum Scheitern bringen». Die anderen fünf sind: Gesundheitsmanagement, Leitbild- und Leitlinienüberschuss, jeder Differenz ihr eigenes Konzept, Konflikte vermeiden, nichts offen ansprechen. «Wer das Generationenmanagement erfolgreich umsetzen will, macht einfach das Gegenteil von alldem», sagte der Weiterbildungsexperte mit einem Augenzwinkern.

«Wir begegnen uns auf Augenhöhe»

Der Input aus der Praxis kam von Michael Pertek, COO und Partner von Namics AG St. Gallen. Er referierte über den Paradigmenwechsel des Lernens in der «Dritten Berufsphase». «Junge wollen sich von Älteren nicht mehr die Welt erklären lassen. Sie haben Zweifel, stellen Fragen», sagte er. «Wir brauchen beides – bestehendes und neues Wissen.» Sein Unternehmen, das 520 Mitarbeitende beschäftigt, sei auf Autonomie aufgebaut. «Wir begegnen uns auf Augenhöhe.» Für Pertek werden Teamarbeit, Netzwerk und «long life learning» immer wichtiger. Diskussionsleiter José Gomez ergänzte: Lebenslang lernen sei wichtig, fürs Leben lernen aber auch.

(v.l.n.r.) José Gomez, Alexandra Cloots, Michael Pertek und Reto Eugster

Die wissenschaftliche Sicht auf das Generationenmanagement kam in der anschliessenden Expertenrunde von Alexandra Cloots, Wissenschaftlerin und Dozentin für Leadership und Personalmanagement an der Fachhochschule St. Gallen: «Uns beschäftigt die Frage, welche Rahmenbedingungen es braucht, damit alle Altersgruppen in einem Unternehmen ihre Leistung erbringen können.» Weil alle Firmen verschieden seien, werde es aber nicht bloss eine Lösung geben, ist sie sich sicher. Gomez resümierte zum Schluss der Veranstaltung: «Für Generationenmanagement gibt es kein Patentrezept, es ist aber auch keine Alibiübung.»

((Autorin: Marion Loher))

Masterarbeit: gute Planung führt zum gewünschten Erfolg

Wer den Titel «Master of Advanced Studies FHO in…» (MAS) erreichen will, der beschäftigt sich früher oder später mit der Masterarbeit. FHS Alumni hat deshalb kürzlich zu einem Input-Lunch mit den ehemaligen Weiterbildungsstudierenden Kerstin Sältzer und Pascal Mächler eingeladen. Sie erzählten vor rund 70 aktuellen Studierenden in einem MAS der FHS St.Gallen wie sie die sogenannte MATH-Phase erlebt und überlebt haben.

Kerstin Sältzer durchlebte die Phase der Masterarbeit gleich zweimal. Einmal auf ihrem Weg zum MAS in Health Service Management und später im Executive MBA. Pascal Mächler absolvierte den MAS in Management of Social Services. Rückblickend sind beide der Meinung, dass sich dieser «Krampf» lohnt. «Obwohl die Wochen während Masterarbeit nicht einfach waren, bin ich stolz auf meine Masterarbeit. Der Moment als ich sie abgeben konnte, war gut, sehr gut», erzählt Mächler. Auch Sältzer blickt stolz auf ihre beiden Masterarbeiten: «einzig, dass mein Projekt der ersten Arbeit im Betrieb sehr langsam umgesetzt wurde, frustete mich etwas. Dafür habe ich die zweite Arbeit über ein Geschäftsmodell eines Gesundheitszentrums verfasst. Diese Arbeit half, Investoren und Partner mit aufs Boot zu holen. Darauf bin ich stolz und darüber freue ich mich.» Beide haben sich bereits während der Unterrichtsphase mit möglichen Themen ihrer Masterarbeit befasst. Während Sältzer sich relativ schnell für ein Thema entschieden hatte, dauerte dies bei Mächler etwas länger. Beide raten, wenn dann das Thema gefunden ist, sich zuerst über den Inhalt und die Struktur der Arbeit Gedanken zu machen und bereits ein erstes Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Dies helfe beim Sortieren der vielen Fachliteratur und im Unterricht schon zu selektieren, welche Informationen und Methoden in der Masterarbeit aufgegriffen werden sollen und welche nicht. Und natürlich haben sie sich auch an der empfohlenen Fachliteratur der Dozierenden orientiert.

Abschotten und belohnen
Pascal Mächler hat sich für die Schreibphase gut organisiert und von seiner Familie abgeschottet. «Jeweils freitags habe ich im Büro an der Masterarbeit geschrieben. Für meine beiden kleinen Kinder war ich wie gewohnt bei der Arbeit und bei der Arbeit wussten alle, dass ich eigentlich frei habe und liessen mich in Ruhe texten». Sonntags habe er bewusst nie an der Masterarbeit geschrieben. Zudem habe er sich für eine Woche ins Haus seiner Mutter zurückgezogen, das er gleichzeitig hüten konnte, und dort intensiv gearbeitet. Als Belohnung gönnte er sich danach Ferien mit der Familie. Kerstin Sältzer half es vor allem bei der zweiten Masterarbeit, dass sie das Geschäftsmodell für ihr eigenes Projekt erarbeitete. «Das motivierte mich, bei schönstem Sommerwetter an der Arbeit zu schreiben». Und den Bettel einfach hinzuschmeissen, war nie ein Thema? Doch natürlich, hätten sie auch diese Phase durchgemacht, bestätigen beide. «Ich habe dann einfach zwei, drei Tage nichts gemacht und so Abstand zur Masterarbeit gewonnen», verrät Kerstin Sältzer. Auch Pascal Mächler legte Verschnaufpausen ein, um Abstand zu gewinnen und gesteht: «irgendwann habe ich angefangen, die Wochen bis zum Abgabetermin zu zählen».

Zu den Personen:

 

 

 

 

Kerstin Sältzer (43) arbeitet derzeit selbständig in der Unternehmensberatung. Mitte Jahr wird sie Geschäftsführerin eines Alters- und Pflegeheims. Pascal Mächler (41) leitet die Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen des Kantons Thurgau. Beide sind verheiratet und haben Kinder.

Einige Tipps rund ums Verfassen der Masterarbeit

  • frühzeitig Gedanken über mögliche Themen machen
  • möglichst früh über die gesamte Masterphase die Zeitfenster für das Schreiben der Masterarbeit planen
  • das Thema sollte für den Verfasser selber von Interesse sein
  • Fachliteratur sammeln und sortieren, z.B. Dossiers anlegen oder Sichtmäppchen entsprechend beschriften
  • eine grobe Struktur über die Fragestellungen zum gewählten Thema erstellen
  • vor dem eigentlichen Schreiben das (provisorische) Inhaltsverzeichnis festlegen
  • genügend Zeit einplanen: für Pausen, Unvorhergesehenes, Korrekturen, richtige Formatierung etc.
  • sich Freiraum fürs konzentriertes Arbeiten an der Masterarbeit schaffen (z.B. räumliche Trennung von Familie)
  • beim Texten kurz und prägnant bleiben, obwohl viel «Material» vorhanden ist.
  • sich zwischendurch belohnen und bewusst schreibfreie Zeit einplanen

Hier finden Sie eine Bildergalerie dieses Alumni-Anlasses.

Jeder Mensch bildet sich selbst

Am 6. Schweizer Bildungsforum der Fachhochschule St.Gallen diskutierten am 30. März Expertinnen und Experten über die Weiterbildung und deren Tücken wie Chancen. Einig waren sie sich hierbei: Eine Weiterbildung ist mehr als eine Qualifikation, sie formt die Persönlichkeit. 

Wer sich weiterbilden möchte, hat die Qual der Wahl. Denn aktuell halten die Schweizer Hochschulen 317 Master-, 128 Diplom- und 543 Zertifikatslehrgänge für die Wissbegierigen bereit. Das wundert kaum, weil die Weiterbildung Thema der meisten Mitarbeitenden-Gespräche ist. Sie gilt als lohnenswerte Investition in die eigene Zukunft, als Mass der Dinge, um in der Arbeitswelt anschlussfähig zu bleiben. Aber ist dem wirklich so? Die Fachhochschule St.Gallen (FHS) setzte sich diese Frage am 6. Bildungsforum vom 30. März als Leitplanke und ging sogar noch ein Stück weiter: «Ist die Weiterbildung eine lebenslange Aufgabe oder sind wir möglicherweise nur lebenslänglich Gefangene im stetig wachsenden, unüberschaubaren Angebotsdschungel?»

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Das Fest – Rückblick auf die 1. Zertifizierungsfeier

Rund 100 Absolventinnen und Absolventen eines Zertifikats- oder Diplomslehrgangs folgten letzten Donnerstag der Einladung von FHS Alumni und dem Weiterbildungszentrum der FHS St.Gallen. Beim «Das Fest» liessen sie sich im Fachhochschulzentrum gebührend feiern.

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Einen kurzen Rückblick mit weiteren Bildern finden Sie hier.

 

 

Interkulturelle Kommunikation in der Schulsozialarbeit

Am 13. Juni fand unser 6. Community-Anlass Schulsozialarbeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Soziale Arbeit IFSA-FHS statt. Dieses Mal ging es um das Thema interkulturelle Kommunikation. Diese Thematik hat sich in den letzten Community-Anlässen in immer wieder neuen – und zunehmend dringlicheren Fragestellungen – gezeigt und scheint uns angesichts neuer Herausforderungen höchst aktuell.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht über unseren Community-Anlass.

Mit der FHS weiterhin verbunden

Was für ein tolles Wiedersehen! Rund 500 Ehemalige der FHS St.Gallen waren am Freitagabend, 20. Mai 2016, beim ersten «Homecoming-Event» der FHS Alumni mit dabei. Unter ihnen auch zahlreiche Absolventinnen und Absolventen einer Weiterbildung. Urs Kofmehl, Absolvent des MAS in Business Process Engineering erzählt: «Ich habe immer noch einen sehr guten Kontakt zu einzelnen Dozierenden an der FHS.» Ihn habe deren hohe Fachkompetenz überzeugt. Zudem hätten die Referenten stets für ein gutes Klima zwischen den Dozierenden und Studierenden gesorgt. Auch Matthias Staub, Absolvent des MAS in Health Service Management, erinnert sich gerne an seine Zeit in der Weiterbildung: «Der Unterricht war sehr praxisnah ausgestaltet. Anstelle von Prüfungen schrieben wir drei Projektarbeiten, in denen wir das Gelernte anwenden konnten.» Dank dieser Weiterbildung schaffte Staub einen Karriereschritt und wurde zum Betriebsleiter der Pflegewohngruppen der Stadt Zürich befördert. Begeistert vom Klassenverbund, den sie in seinem Jahrgang hatten, ist Falko Küker. Er absolvierte ebenfalls den MAS in Health Service Management.

Impressionen von diesem grossen Klassentreffen an der FHS St.Gallen finden Sie hier. 

Der nächste grosse Anlass der FHS Alumni ist der Networking-Tag. Dieser findet am Freitag, 9. September 2016, statt, und zwar zum Thema «The next Wave». Alle Informationen dazu finden Sie unter www.networkingtag.ch

Spannend – weiterführend – vernetzend

2. St.Galler Forum für Finanzmanagement und Controlling

Referentinnen und Referenten aus Praxis und Wissenschaft geben Ihnen Einblick in vielfältige und aktuelle Themen und Herausforderungen. Flyer mit detailliertem Programm.

Nach einer durchwegs sehr positiven Resonanz auf die letzte Durchführung der Fachtagung „St.Galler Forum für Finanzmanagement und Controlling“ starten wir nun in eine zweite Runde.

Freitag, 17. Juni 2016, 08.30 – 16-45 Uhr, mit anschliessendem Apéro riche, Fachhochschulzentrum  St. Gallen 

Die Teilnahme-Kosten inkl. Verpflegung und Tagungsunterlagen betragen CHF 520.–,
für FHS Alumni CHF 480. –.

Die Tagung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling (CFO, kaufmännische Leitende, Controller, Accountants, Treasurer usw.), Beraterinnen und Berater in Finanzmanagement/Controlling/Corporate Finance sowie Berufsleute aus Treuhand oder Wirtschaftsprüfung.

Anmeldung unter: www.fhsg.ch/forum-finanzen-controlling.

Ein kleiner Vorgeschmack
Prof. Andreas LöhrerInstitut für Unternehmensführung IFU-FHS  über die Toleranz gegenüber Budgetüberschreitungen in Projekten und die wichtigsten Regeln bei deren finanzwirtschaftlichen Steuerung.

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Finanzwirtschaftliche Steuerung bei komplexen Projekten ist ein Thema der Veranstaltung. Wer die Zeitung regelmässig liest, stösst bei grösseren Projekten immer wieder auf das Thema «Budgetüberschreitung». Sind solche Überschreitungen überhaupt vermeidbar?
Sie sind sicherlich nicht immer vermeidbar. Zum Beispiel eine morsche Wand, die bei einer Haussanierung zum Vorschein kommt, die vorher objektiv nicht erkennbar war. Üblicherweise werden daher in Projekten, auf Erfahrungen basierend Reserven eingeplant. Im Einzelfall können diese auch mal nicht ausreichen. Durch die Reduktion von Komplexität, kann auch die Gefahr von Budgetüberschreitungen gesenkt werden. Das heisst, es wird in operativ und damit finanziell besser steuerbare Teilprojekte gegliedert und gegebenenfalls etappiert. Weiteren Einfluss haben Erfahrung sowie Sachwissen der Projektleitenden und -mitarbeitenden. Dann spielt es eine Rolle, ob es sich um ein wiederholt abgewickeltes Standardprojekt handelt oder ob es neuartig und erstmalig durchgeführt wird. Last but not least kommt manchmal auch die taktische Frage ins Spiel. Projektbudgets müssen meist bewilligt werden. Erfahrungsgemäss ist es schwieriger, ein höheres, aber realistisches Budget zugesprochen zu erhalten, als im Nachhinein einen Nachtrag zu beantragen. Manchmal wird dem Projektleiter von vorgesetzter Stelle auch einfach ein Budget vorgegeben oder angepasst, ohne die Zielsetzungen adäquat anzugleichen. Budgetüberschreitungen sind nur die logische Folge. Ergo: Taucht das Wort „Budgetüberschreitungen“ auf, sollte stets nicht nur dieser einzelne Aspekt ver- oder beurteilt werden. Vielmehr ist eine Gesamtbeurteilung notwendig, wie es dazu gekommen ist. Weiter sind Unsicherheiten und Risiken typische Eigenschaften von Projekten. Da braucht es auch eine gewisse Toleranz gegenüber Budgetüberschreitungen.

Was sind die wichtigsten „Regeln“ bei der finanzwirtschaftlichen Steuerung komplexer Projekte?
Finanzen sind letztlich nur das Abbild der operativen Projektsteuerung.  Das komplexe Projekt sollte in operativ gut beherrschbare Teilprojekte aufgegliedert und etappiert werden. Durch die Reduktion von Komplexität wird Planung sowie Steuerung besser möglich. Die Chancen einer erfolgreichen Umsetzung steigen. Als Folge ist für die finanzielle Steuerung ein systematischer und institutionalisierter Controllingprozess wichtig (Planung, Datenerfassung, Analyse, Massnahmen). Die Leistungs- und Finanzdaten dazu müssen „zeitnah“ zur Verfügung stehen, sodass bei Fehlentwicklungen rasch reagiert werden kann. Zeitgleich ist auch immer ein Forecast fürs gesamte (Teil)Projekt zu erstellen, damit es nicht nur finanziell, sondern auch terminlich und qualitativ, in der Gesamtentwicklung beurteilt werden kann. Dazu stehen – je nach Projekttyp – verschiedene Methoden zur Verfügung. Zudem braucht es ein Bekenntnis zur realistischen Budgetierung. So sind substantielle Einschränkungen beim Budget nicht ohne Abstriche bei den Leistungen oder deren Qualität umsetzbar.